BWL I: Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre
Prof. Dr. Klaus Schäfer

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Lehre

unileben_1In einer traditionellen Sicht widmet sich die Finanzwirtschaft als funktionale Betriebswirtschaftslehre ohne branchenbezogenen Fokus der Investitions- und Finanzierungspolitik von Unternehmen, während die Bankbetriebslehre institutionell argumentiert und den Banken ausgeprägte Besonderheiten zuspricht, die eine vertiefende und differenzierte Analyse erfordern. Letztere Sichtweise war in der deutschen Hochschullandschaft lange Jahre herrschende Meinung. Mit der Internationalisierung der Fachgebiete und der Erweiterung der theoretischen Methodik setzt sich jedoch zunehmend eine funktionale Grundorientierung durch. Das wiederum ermöglicht eine integrative Behandlung beider Bereiche.

Die neoklassische Finanzierungs- und Kapitalmarkttheorie ist einer der dominanten und in den letzten Jahrzehnten außerordentlich dynamischen sowie erfolgreichen Zweige der Wirtschaftswissenschaften. Sie untersucht die Allokation und die Bewertung von Zahlungsströmen auf vollkommenen Märkten und bildet die Grundlage für die Analyse und Steuerung von Portfolios.

In der neoinstitutionalistischen Finanzierungstheorie dagegen werden Finanzdienstleistungen aus der Perspektive der Finanzintermediation betrachtet. Die Theorie der Finanzintermediation versucht zu erklären, ob und unter welchen Bedingungen die Einschaltung einer Bank bzw. eines Finanzdienstleisters in die Vertragsbeziehung zwischen Kapitalgebern und Kapitalnehmern effizient ist. In diesem Rahmen werden nicht nur die institutionellen Strukturen, sondern auch die funktionalen Abläufe des Angebots und der Ausgestaltung von Finanzdienstleistungen erarbeitet.

Im Lehrprogramm des Lehrstuhls BWL I sind diese Perspektiven integriert, indem sowohl institutionen- wie auch kapitalmarkttheoretische Konzepte vermittelt werden. Managementorientierte Ansätze rücken dagegen eher in den Hintergrund. Leitidee ist hierbei, den Studierenden des Faches neben methodischen und fachlichen Kompetenzen auch analytisch-abstrakte Argumentationslinien zu vermitteln, die es im dynamischen Umfeld der Finanzmärkte ermöglichen, neue, konkrete Entwicklungen auch im späteren Berufsleben einordnen, bewerten und gestalten zu können.

letzte Änderung: 13.04.2017 09:46 · drucker Diese Seite drucken · Impressum / Haftungsausschluss